Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Meldung vom 06.04.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Neues Klavierwerk von Johannes Kalitzke

Uraufführung bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik

Am 24. April bringt Florian Hölscher bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik ein neues Klavierwerk von Johannes Kalitzke zur Uraufführung. Viele der Kompositionen von Johannes Kalitzke stehen im Zeichen visueller Assoziationen. Sie trachten nach einer Verräumlichung des musikalischen Geschehens und spielen mit unterschiedlichen Perspektiven und historischen Schichten. So auch sein neues Klavier-Solostück tunnel, blau.

Inspiriert durch ein Gemälde

Der Titel des knapp 20-minütigen Werks verweist auf ein Aquarell des Kölner Malers und Bildhauers HG Prager, der 2025 im Alter von 80 Jahren starb. Pragers Bild „zeigt mehrere dunkelblaue Kreise in unterschiedlicher Stärke aus wechselnden Perspektiven, und es assoziiert in der Mitte eine Art Tunnel, wie man ihn von Jenseitsvisionen beziehungsweise Nahtoderfahrungen, vor allem aus der bildenden Kunst wie etwa bei Hieronymus Bosch, kennt“, so Johannes Kalitzke. Hinter der äußerlichen geometrischen Form öffnet sich für den Komponisten ein metaphysischer Raum – das „Urprinzip“ des Entschwebens in andere Welten scheine durch. Zur kompositorischen Struktur erklärt er:

Konstruktion und Mythos

„Diese Ambivalenz zwischen Konstruktion und Mythos manifestiert sich beim Klavierstück als Rondoform mit thematischen Grundelementen wie bei einer durchsichtigen Kugel, bei deren Drehung sich nacheinander alle Elemente einmal gegenüberliegend miteinander verbinden. Die Grundbausteine, Intervalle und rhythmische Patterns, entwickeln sich dabei durch die Permutation veränderlicher Geschwindigkeiten und Transpositionen zu Kreisläufen, in denen das Ende einer Struktur sich jeweils wieder in ihrem eigenen Anfang schließt.

Im Hintergrund entstehen dabei historische ‚Schwebezustände‘, Rekonstruktionen musikalischer Muster, die man von ‚Archetypen‘ der Klavierliteratur (wie in diesem Falle Schumann) kennt. Deren Lautstärkebezeichnungen dienen dabei vor allem als Maßstab von Nähe und Entfernung, so wie ein Wind ferne Signale näher oder weniger nah an das Ohr des Hörers trägt, um etwas Verlorenes gegenwärtig zu halten.“

Weitere Werke und Uraufführungen des Konzerts

Auf dem Programm des „Late Night: Tief im Tunnel“ betitelten Konzerts, das ab 22 Uhr auch live auf WDR 3 gesendet wird, stehen zudem Uraufführungen weiterer Werke von Enno Poppe, Sonja Mutic und Peter Evans. Neben dem Pianisten Florian Hölscher beteiligt sind Anne-Maria Hölscher, Akkordeon, das Ensemble Schwerpunkt sowie das SWR Experimentalstudio. Die 58. Wittener Tage für Neue Kammermusik vom 24. bis 26. April 2026 stehen unter dem Motto „Gegenwart. Unentrinnbar." Im Mittelpunkt des Festivals steht die Komponistin Chaya Czernowin.

Johannes Kalitzke: tunnel, blau für Klavier (2025) 18 Minuten

Anzeige

Weitere Meldungen des Tages

[07.04.2026] Freiburger Barockorchester und René Jacobs mit Vivaldis "Il Giustino"

Konzerte in Heidelberg und Freiburg (17.&23.04.) und auf Europa-Tour

Antonio Vivaldis Oper Il Giustino steht im April 2026 auf dem Programm des Freiburger Barockorchesters (FBO). Nach Gastspielen beim Heidelberger Frühling (17. April), im Palau de la Música in Valencia (19. April) und im Konzertsaal DeSingel in Antwerpen (21. April) ist das Ensemble am 23. April 2026 im Konzerthaus Freiburg zu erleben. Den Abschluss der Europa-Tour bildet die Aufführung am 25. April im Teatro Real in Madrid. Mit dabei sind viele Sängerinnen und Sänger, die dem Publikum wohlbekannt sind und sehr geschätzt werden, darunter Rémy Brès-Feuillet als Giustino, Olivia Vermeulen als Anastasio oder Kateryna Kasper als Arianna. Die musikalische Leitung übernimmt René Jacobs.

[07.04.2026] Opernpremiere »Gold!« am Deutschen Nationaltheater Weimar

Ein fantasievolles Stück für Kinder von Leonard Evers

Als nächste Premiere im Musiktheater bringt das Deutscher National Theater Weimar ein fantasievolles Stück für Kinder auf die Bühne: Leonard Evers’ Märchenoper Gold! ist am Mittwoch, 22. April 2026, um 10 Uhr auf der Studiobühne zu sehen. Leon Kohlstadt inszeniert das von dem Grimm’schen Märchen »Vom Fischer und seiner Frau« inspirierte Musiktheaterwerk für alle ab 6 Jahren.

[06.04.2026] Neues Klavierwerk von Johannes Kalitzke

Uraufführung bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik

Am 24. April bringt Florian Hölscher bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik ein neues Klavierwerk von Johannes Kalitzke zur Uraufführung. Viele der Kompositionen von Johannes Kalitzke stehen im Zeichen visueller Assoziationen. Sie trachten nach einer Verräumlichung des musikalischen Geschehens und spielen mit unterschiedlichen Perspektiven und historischen Schichten. So auch sein neues Klavier-Solostück tunnel, blau.

[05.04.2026] Manfred Trojahn vertont Valérys „Herrscherin Idee“

Das neue Werk für Mezzosopran und Orchester basiert auf einem Gedicht von Paul Valéry

Manfred Trojahn fasst Valérys Text, den er nun in ein rund 25-minütiges Orchesterlied verwandelte, wie folgt zusammen: „Die personifizierte Idee – vielleicht ja die vielbesungene, traditionell immer küssende Muse – fordert den untätigen, ideenlosen Menschen, dem sie sich selbst bestimmt hat, heraus, mit ihrer Hilfe tätig zu werden und das zu vollbringen, von dem er nicht einmal träumte … Sie scheint über ihre Wahl zuweilen selbst erstaunt, denn zu wenig tauglich sind Gesundheit und Nerven des Auserwählten. Aber sie ist sich sicher, dass eben diese Unzulänglichkeiten es sind, die ihrer Mission dienen.“ Am Schluss werden Idee und Mensch zur liebenden Einheit: „Jetzt gehören wir zueinander, wir verschmelzen … Du bist mein Von-mir-Besessener.“

Weitere Meldungen der letzten 14 Tage

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige